Startseite » Film + TV » Film + TV News » Der legendäre Regisseur Quentin Tarantino übt scharfe Kritik an Hollywood-Filmen der post-pandemischen Ära

Der legendäre Regisseur Quentin Tarantino übt scharfe Kritik an Hollywood-Filmen der post-pandemischen Ära

04.06.2026 - 20:00 Uhr

Quentin Tarantino, ein Meister der Filmkunst und der kraftvollen Storytellings, hat Hollywood kürzlich in einem vernichtenden Kommentar als 'geschmacklose Wurstfabrik' bezeichnet und dabei ein knallhartes Urteil über die Qualität der Filme der Nach-Pandemie-Zeit abgegeben.

Der brillante Filmemacher hinter unvergesslichen Werken wie 'Pulp Fiction', 'Kill Bill' und 'Inglourious Basterds' hat in einem Essay für das renommierte Film- und Medienmagazin 'Sight and Sound' seine tiefe Enttäuschung und Kritik gegenüber der aktuellen Filmindustrie zum Ausdruck gebracht.

Mit unverhohlener Verachtung für die heutige Branche sagte Tarantino, dass er in den vergangenen Jahren kaum noch einen Film finden könne, den er nicht "bis ins Detail auseinandernehme". Er schrieb: "Seit der Pandemie scheint es für mich jedenfalls fast unmöglich zu sein, dass ein neuer Film erscheint, den ich nicht bis ins Detail zerreiße. Fehler, Unglaubwürdigkeiten, Anbiederung ans Publikum, Fehlbesetzungen oder einfach nur dummer Mist torpedieren gewöhnlich jeden neuen Film, der aus der geschmacklosen Wurstfabrik kommt, die sich früher Hollywood nannte." Für Tarantino löst das gesamte Konzept dessen, was ein Film ist, in der heutigen Zeit eher Verachtung als Großzügigkeit aus. In einer weiteren bitteren Bemerkung fügte er hinzu: "Und das ist nur fair, denn im Vergleich dazu lassen die Filme der letzten sechs Jahre die Achtzigerjahre wie die Dreißigerjahre wirken."

Tarantino gab jedoch zu, dass es seit der Pandemie einige Filme gegeben habe, die ihm gefallen hätten, doch keiner habe ihn wirklich tief berührt oder emotional bewegt. Der 63-jährige Regisseur teilte seine Gefühle mit folgenden Worten: "Ich habe seitdem Filme gesehen, die mir gefallen haben - 'West Side Story' (2021); 'Horizon: An American Saga - Chapter 1' und 'Chapter 2' (beide 2024), und einige andere -, aber nichts hat mich wirklich gepackt und in das magische Land des Vergnügens entführt, das ich früher besucht habe und das der Grund war, warum ich Filme mehr liebte als jede andere Kunstform." Er endet seine Beurteilung mit einer vernichtenden Aussage: "Heutzutage lese ich lieber ein Buch."

Trotz seiner harschen Kritik fand Tarantino jedoch lobende Worte für 'The Rip' - einen Action-Thriller von Joe Carnahan mit Matt Damon und Ben Affleck als Polizisten aus Miami. Als Regisseur hinter anderen Kultfilmen wie 'Reservoir Dogs' schrieb Tarantino: "Der Film ist ein spannender Polizeithriller mit einer neuartigen Prämisse, der auf wirklich clevere Weise liefert." Für Tarantino hat bei diesem Film das Gesamtpaket gestimmt: "Carnahans Regie, die großartige Besetzung, die Optik des Films (dank Kameramann Juan Miguel Azpiroz) - aber die wahre Kraftquelle dieser hervorragenden Sammlung ist das sensationelle Drehbuch von Carnahan und Michael McGrale."

Tarantino ist nicht nur für seine provokanten und einzigartigen Filme, sondern auch für seine deutlichen Meinungen über die Filmindustrie bekannt. So behauptete er im vergangenen Jahr, dass seine Zufriedenheit mit dem Film 'There Will Be Blood' aus dem Jahr 2007 durch die Performance von Paul Dano beeinträchtigt worden sei. Bei der Nennung des Dramas von Paul Thomas Anderson in seiner Liste der Lieblingsfilme des 21. Jahrhunderts auf Platz fünf sagte der Regisseur in dem Podcast 'The Bret Easton Ellis Podcast': "'There Will Be Blood' hätte deutlich bessere Chancen auf Platz eins oder zwei, wenn es nicht einen riesigen Makel hätte, und dieser Makel ist Paul Dano. Offensichtlich soll es ein Film mit zwei gleichwertigen Hauptfiguren sein, und gleichzeitig ist es so offensichtlich, dass es eben keiner ist. Er ist schwach, Mann. Er ist eine schwache Besetzung." Tarantino ist der Ansicht, dass "ein anderer großartiger Schauspieler" die Rolle besser hätte ausfüllen können. Als Beispiel nannte er Austin Butler, der später in seinem eigenen Film 'Once Upon a Time in Hollywood' mitspielte, obwohl dieser bei Erscheinen von 'There Will Be Blood' erst 16 Jahre alt war. Er sagte: "Austin Butler wäre wunderbar in dieser Rolle gewesen. [Dano] ist einfach ein so schwacher, schwacher, uninteressanter Typ."

Quelle: BANG Media International

Artikel teilen:

Mehr News zum Thema

Diese Seite teilen