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Die renommierte Schauspielerin Juliette Binoche äußert Kritik an der Rolle von Intimitätskoordinatoren bei Filmproduktionen

12.05.2026 - 12:00 Uhr

Die gefeierte französische Schauspielerin Juliette Binoche hat ihre Bedenken über die Verwendung von Intimitätskoordinatoren in der Filmindustrie geäußert.

Binoche befürchtet, dass deren Einsatz zu einer 'schlechten Situation' führen kann, in der Schauspielerinnen und Schauspieler ohne jegliche Emotionen agieren. Sie glaubt, dass die Anwesenheit dieser Experten zwar notwendig ist, um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Darsteller zu gewährleisten, betont jedoch, dass es entscheidend ist, 'über [seine] Komfortzone hinaus' zu gehen, damit Liebesszenen effektiv und überzeugend wirken. Im Gespräch mit der Zeitung 'The Guardian' argumentierte die 62-jährige Binoche: 'Es ist nicht so einfach, wie einen Intimitätskoordinator am Set zu haben. Wenn man in einer Liebesszene ist, muss es aus dem Herzen kommen, aus dem Bauch, aus dem Bedürfnis. Und wenn man also an die Bewegung denkt, die man ausführen wird, und nicht an das Gefühl, ist man in einer schlechten Situation.' Sie fügte weiterhin hinzu: 'Wenn man Liebende verkörpert, überwindet man gewisse Ängste vor körperlicher Berührung. Man muss wirklich über seine Komfortzone hinausgehen, denn sonst wird man prüde und nicht wahrhaftig gegenüber dem, was im Leben geschieht.' Binoche, die unter anderem in Filmen wie 'Chocolat - Ein kleiner Biss genügt' zu sehen war, räumte allerdings ein, dass Nacktszenen 'immer schwierig' sind. Sie betonte, wie wichtig es ist, den Fokus auf den Grund zu legen, warum solche Szenen gedreht werden, um unnötige Spannungen und Unsicherheiten zu vermeiden. Zugleich hob sie die Bedeutung des Vertrauens in den Regisseur hervor. Eine schmerzhafte Lektion, die sie nach eigenen Aussagen durch eine negative Erfahrung mit dem Regisseur André Téchiné bei der Produktion von 'Alice und Martin' lernte. Ohne weitere Details zu nennen, erklärte sie: 'Ich fühlte mich betrogen. Ich mochte André. Er ist schwul. Aber für mich war da etwas zerbrochen.' Diese Erfahrung führte dazu, dass sie die Produzenten davon überzeugte, das betreffende Filmmaterial herauszuschneiden und sie beschloss, nie wieder mit Téchiné zusammenzuarbeiten. Im weiteren Verlauf des Interviews mit 'The Guardian' äußerte Binoche, die zuletzt in der Serie 'The Staircase' zu sehen war, auch ihre Ansichten zur immer stärker werdenden Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Filmindustrie. Sie gab zu verstehen, dass sie sich 'keine Sorgen' über die potenziellen Auswirkungen auf ihr Berufsfeld macht.

Quelle: BANG Media International

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