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Einblicke hinter die Kulissen: Gorillaz und der gestrandete Netflix-Filmvertrag

01.04.2026 - 12:00 Uhr

In der Musikindustrie gehört es fast schon zum guten Ton, kontinuierlich nach neuen Möglichkeiten zu suchen, die eigene Kunst zu erweitern und gleichzeitig ein noch breiteres Publikum zu erreichen.

Die überaus beliebte und erfolgreiche britische Band Gorillaz verfolgte dieses Ziel einst mit einem besonderen Vorhaben: Sie plante einen Film, der in Zusammenarbeit mit dem Streaming-Riesen Netflix realisiert werden sollte. Allerdings kam das hoffnungsvolle Filmprojekt leider nicht wie gewünscht voran und musste schließlich auf Eis gelegt werden.

Die beiden kreativen Köpfe hinter den Gorillaz, nämlich Frontmann Damon Albarn und der begabte Illustrator Jamie Hewlett, haben sich nun dazu entschlossen, offene Worte zu ihrem gescheiterten Filmprojekt zu sprechen. In eindringlicher Weise erläutern sie, warum sie sich dazu gezwungen sahen, aus einem überaus lukrativen Vertrag mit dem Streamingdienst Netflix auszutreten. Ursprünglich hätte dieser Vertrag der virtuellen Band die Chance geboten, in einem abendfüllenden Animationsfilm als Protagonisten in Erscheinung zu treten. Doch das ambitionierte Projekt zog sich über eine sehr lange Zeitspanne hin, was bei den Gorillaz zu großem Unmut und beträchtlicher "Frustration" führte. Sie beschlossen deshalb, ihre kreativen Energien stattdessen in die Schaffung ihres 2023 erschienenen Albums 'Cracker Island' zu kanalisieren.

In einem intensiven und aufschlussreichen Interview mit dem renommierten Musikjournalisten Zane Lowe für den Streaming-Dienst Apple Music teilte Damon Albarn seine Gedanken zu dieser schwierigen Situation: "'Cracker Island' entstand unter recht ungewöhnlichen Umständen, da wir den Großteil der Produktion hier in Los Angeles verbracht haben, während wir auf geplante Meetings mit den Vertretern von Netflix [zum Thema des Films] gewartet haben. Wir haben auf etwas gewartet, das letztlich nie eingetreten ist. Insofern handelt es sich bei dem Album um ... ein sehr frustrierendes Projekt für uns, da es in einer extrem frustrierenden Lebensphase entstanden ist, verstehen Sie?"

Jamie Hewlett sprach weiter über die Komplikationen, die in der Filmindustrie auftreten können: "Der Fortschritt in der Filmbranche ist sehr langsam, nahezu kriechend. Jeder einzelne Schritt kann eine Ewigkeit dauern. Wir haben uns bereits intensiv mit dem Drehbuch auseinandergesetzt und befanden uns beim zweiten Entwurf unserer vielversprechenden Idee, als 'Cracker Island' plötzlich als Alternative zu dem Film in den Fokus rückte ... Hätten wir vor 25 Jahren einen Film gedreht, okay ... aber jetzt, in der heutigen Zeit, einen Film zu realisieren? Ich kann Ihnen versichern, dass ich überhaupt kein Interesse daran habe. Absolut keines." Nach Hewletts Einschätzung fehlte es der Filmidee an Interessantheit und Originalität. Es gab zwar den Punkt, an dem Netflix den Gorillaz offenbarte, dass sie absolut freie Hand hätten, um ihre Visionen verwirklichen zu können. Aber wie Jamie weiter ausführt: "Leider war der Fortschritt so langsam und derjenige, mit dem wir zusammengearbeitet haben, verließ das Projekt, während Netflix uns versprach: 'Machen Sie sich keine Sorgen, wir finden Ersatz'. Das bedeutete für uns allerdings: 'Okay, wir müssen uns auf mindestens ein weiteres Jahr an Gesprächen einstellen, bevor das Projekt überhaupt wieder ins Rollen kommt'. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, uns zurückzuziehen."

Damon Albarn ließ es sich nicht nehmen, seine Gedanken dazu nochmals zum Ausdruck zu bringen: "Ich hatte ständig das Gefühl, auf irgendetwas warten zu müssen ... und während ich die ganze Zeit gewartet habe, haben wir ein Album kreiert, das [die Frustration über das Warten] zum Thema machte. Genau das spiegelt 'Cracker Island' wieder." Jamie Hewlett resümierte abschließend: "Ich bin wirklich begeistert von diesem Album. Es ist fantastisch." Im Sinne ihrer Fans hoffen wir, dass sich die Frustration der Gorillaz in positiver künstlerischer Energie niedergeschlagen hat.

Quelle: BANG Media International

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