Lady Gaga: Rebellion gegen das eigene Werk
06.10.2014 - 08:30 Uhr
Das Gemeinschaftsalbum mit Tony Bennett (88) ließ in Lady Gaga (28) den Wunsch entstehen, einen Neuanfang mit ihrer Musik zu wagen.
Mit der Platte 'Cheek To Cheek', die in Zusammenarbeit mit dem berühmten Jazz-Musiker ('Body and Soul') entstand, besinnt sich der Popstar ('Bad Romance') auf seine Anfänge zurück und schlägt im Hinblick auf seine bisher veröffentlichten Alben eine ganz neue Richtung ein. Die Arbeit mit der Ikone erinnerte Lady Gaga daran, warum sie als Teenager mit der Musik angefangen hatte und erweckte den Wunsch in ihr, noch einmal von vorn zu beginnen.
Eine Rebellion gegen das eigene Werk? "Ja. Ich mag das. Ich rebelliere gern gegen mich, gegen mein eigenes Werk", erklärte die Powerfrau im Interview mit 'morgenpost.de'. Offensichtlich hatte die Sängerin, die für ihre exzentrischen Kostüme und Auftritte bekannt ist, genug von ihrer eigenen Musik. "Sehen Sie: Von meinem Debüt 'The Fame' bis zu meinem letzten Album 'Artpop' wurden mein Style und wie ich ihn mit meiner Musik verknüpfte sehr trendy. Ich war so angesagt, dass man am Ende keinen Unterschied mehr erkennen konnte zwischen dem, was mal meine authentische künstlerische Ausdrucksform war, und dem Marketing, zu dem sich das alles ausgewachsen hatte", führte sie weiter aus.
Lady Gaga sorgte in den vergangenen Jahren mit Auftritten in Kostümen wie dem berühmten Fleisch-Kleid oder dem Feuer speiende Bikini immer wieder für Schlagzeilen. Wie kaum ein anderer Pop-Star maskierte sich die New Yorkerin immer wieder neu, doch ähnlich wie mit ihrer trendy Musik scheint sie auch davon zunehmend Abstand zu nehmen. Dieser Trend zeichnete sich schon im Laufe des vergangenen Jahres ab und so sah man die Popdiva immer häufiger ohne Make-up, Perücken und sonstige verrückte Klamotten. In einem früheren Gespräch mit dem 'Glamour'-Magazin erklärte sie diesen Schritt: "Ich liebe Make-up seit meiner Kindheit. Und ich habe es jeden Tag auch für meine Selbstinszenierung zur Pop-Ikone eingesetzt. Jetzt aber will ich es nicht mehr. Ich befinde mich mitten in einem Prozess künstlerischer Veränderung. Ich komme meinem Verständnis von Popkultur immer näher, und dazu brauche ich meinen Körper, seine Muskelkraft und den Ausdruck meines Gesichts - und keine künstlichen Ausdrucksformen mehr."
Im Zuge ihrer 'ArtRave'-Tour lässt Lady Gaga ihr altes Ich in einer spektakulären Show jedoch noch einmal in voller Pracht auferstehen, am Freitag, den 3. Oktober rockte sie bereits in Hamburg und am 9. Oktober ist sie in der O2 World in Berlin zu sehen.
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